Kategorie: Bildung und Sport

Siedlung Ginsterweg 32-36

Siedlungen


Siedlungen Ginsterweg 32-36
Baujahr 1929-30
Architekt Walter Brasch
»Vom neuen Delmenhorster Stadtbaurat W. Brasch wurden bereits 1929/1930 diese 2-geschossigen Putzbauten in modernen sachlichen Formen entworfen. Es ist eine Wohnsiedlung mit Flachdach, Fensterbändern und verputzten Fassaden. Die gesamte Siedlung wurde für kinderreiche Familien entworfen. Es entstanden 4-Familienhäuser mit kleinem Vorgarten und der Möglichkeit, in den rückwärtigen Gärten in bescheidenem Umfang Obst- und Gemüseanbau für den eigenen Bedarf zu betreiben. Es handelt sich hier um ganz typische Bauten der Neuen Sachlichkeit: rational, klar und unromantisch – vollkommen emanzipiert von der emotionalen ausdruckstarken Bauweise von Höger und Kollegen. Mit Stadtbaurat Brasch begann 1929 eine neue Ära in der Stadt.«
Oldenburgische Landschaft (Hg.): Baudenkmäler im Oldenburger Land. Wilhelmshaven 2017. S. 186

Sakralbauten Neuapostolische Kirche

Neuapostolische Kirche


Sakralbauten Neuapostolische Kirche, Nelkenstr. 11
Baujahr 1931, April 2021 abgerissen
Architekten Bernhard Himmelskamp
»Im Oktober 1907 […] wurde (Bernhard Himmelskamp) […] mit seiner Frau in Delmenhorst ansässig, wo er ein Haus in der Kantstraße 3 bezog. In diesem führte er die Geschäfte der Firma für Architektur und Kunstgewerbe der Architekten Kaiser und Jatho, mit denen er befreundet war. Gemeinsam entwarfen die drei Männer eine Reihe von Bauten, insbesondere Wohnhäuser im Bereich der Bismarck- und Oldenburger Straße. 1912 schufen sie die Christuskirche an der Bremer Straße. Schon kurz darauf trennten sich ihre Wege. Kaiser und Jatho eröffneten ein neues großes Büro an der Bremer Sögestraße, Himmelskamp blieb in Delmenhorst und arbeitete in eigener Regie weiter. […] Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg brachte einen weiteren Aufschwung für sein berufliches Schaffen. […] 1927/28 baute Himmelskamp für die jüdische Gemeinde an der Cramerstraße die neue Synagoge und ein Schulhaus. […] [1931] hatte Himmelskamp sein nächstes großes Bauvorhaben an der Nelkenstraße 5 abgeschlossen, wo er für die Neuapostolische Gemeinde einen Neubau erstellt hatte, der insbesondere durch die Gliederung des Baukörpers durch schmale Fensterbände ins Auge fiel. Der Architekt Himmelskamp hatte den Zenit seine Laufbahn erreicht.«
Werner Garbas, Frank Hethey (Hg.): Delmenhorster Lebensbilder. Menschen und ihre Beziehungen zu Delmenhorst. Delmenhorst 2004.

Gesundheit Krankenhaus

Städtisches Krankenhaus


Bauten der Wohlfahrt und Gesundheit Städtisches Krankenhaus, Wildeshauser Straße 92
Baujahr 1928
Architekt Friedrich Ruppel/Fritz Höger
»Das mächtige Hauptgebäude, ein 3-geschossiger Klinkerbau auf hohem Sockelgeschoss, thront auf einer Anhöhe über der Wildeshauser Straße und wurde 1928 eingeweiht. Die Grundrisse stammen vom Baudirektor Ruppel, einem Fachmann für Krankenhausbauten aus Hamburg. Mit der Fassadengestaltung wurde der renommierte Hamburger Architekt F. Höger beauftragt. Dieser erschuf ein prachtvolles Beispiel des sogenannten norddeutschen Klinker-Expressionismus. Die durch die typisch dunklen Klinkersteine gestalteten Zierelemente wurden von ihm intensiv geplant und teilweise sogar in Linoleum als Modell erarbeitet, um so die Wirkung von Licht und Schatten zu erproben. So entstanden durch perfekte Steinsetzung auch an diesem Gebäude die für Höger so typischen, reliefartigen Klinkerornamente. Besonders bedeutend ist die üppige Gestaltung der straßenseitigen Mittelachse mit dem 1-geschossigen Eingangsvorbau. Hier wurden u.a. aus Ton gebrannte, plastische Klinkerplatten an den vier Säulen verarbeitet und im zweiten Geschoss die spitzwinkligen, schmalen Fenster mit einem Sandstein-Gesims überbaut. An allen Fassaden wurden Holzsprossenfenster mit konkav gewölbten Glasscheiben eingesetzt. Die gesamte unter Denkmalschutz gestellte Anlage besteht aus dem Hauptgebäude, dem Kesselhaus mit einem verzierten hexagonalen Klinkerschornstein, dem so genannten Isolier- oder Infektionshaus und einem kleinen ›Gartenhaus‹, dass als Leichenhalle konzipiert war und auch viele Jahre als solche genutzt wurde. «
Oldenburgische Landschaft (Hg.): Baudenkmäler im Oldenburger Land. Wilhelmshaven 2017. S. 124

Wohnhaus Oldenburger Str. 172

Wohnhaus


Wohnbauten Oldenburger Straße 172
Baujahr 1912
Architekt Dietrich Bollmann
»Für die Direktoren der Bremer Linoleumwerke wurde 1912 an der Oldenburger Straße eine Villa als Wohnhaus erbaut. Der mächtige traufständige Putzbau unter einem Mansarddach mit Ziegeln ist wenig geschmückt und wirkt durch die Klarheit des Entwurfes. Der massive vorspringende Giebel an der Straßenfassade besitzt im Obergeschoss eine offene Veranda deren Säulen ein Walmdach tragen. Das Gebäude wird heute gewerblich als Büro genutzt.«
Oldenburgische Landschaft (Hg.): Baudenkmäler im Oldenburger Land. Wilhelmshaven 2017. S. 177

Turnhalle Deichhorst

Turnhalle


Bildung und Sport Turnhalle Deichhorst, Kantstr. 40
Baujahr 1908
Architekt Hugo Wagner
»Die Turnhalle wurde 1908 vom Bremer Architekten Hugo Wagner in Ziegelbauweise entworfen. Als Dacheindeckung für das mächtige Walmdach kamen ebenfalls Dachsteine aus Ziegel zur Ausführung. Wagners Reformbau erscheint durch die massiven, seitlichen Strebepfeiler besonders bodenständig. In der Turnhalle ist noch die tonnenförmige Holzdecke original erhalten, jedoch durch eine später eingezogene, abgehängte Decke verborgen. Die Turnhalle Deichhorst war seinerzeit die dritte erbaute Turnhalle in Delmenhorst.«
Oldenburgische Landschaft (Hg.): Baudenkmäler im Oldenburger Land. Wilhelmshaven 2017. S. 134

Südschule

Südschule


Bildung und Sport Südschule Südstr. 9
Baujahr 1930
Architekt W. Brasch
»Der 3-geschossige, dunkle Klinkerbau wurde 1930 vom Architekten und Stadtbaurat Walther Brasch in zeittypischer, monumentaler Bauweise gestaltet. Die neue Schule sollte sich bewusst von den bisherigen Bautraditionen absetzen und gilt als schönstes Bauwerk im Stil der neuen Sachlichkeit in Delmenhorst. Die großen, straßenseitigen Fensterelemente im Mittelbau sind mit dunkel gebrannten Klinkergewänden eingefasst, ebenso wie die original erhaltenen Holztüren des ehemaligen Haupteingangs. Die massive Bauweise wird unterstützt durch die beiden seitlich vom Baukörper angeordneten Pergolen, die ebenfalls aus Klinkersteinen aufgemauert wurden. Ungewöhnlich ist die Anordnung der Turnhalle. Diese wurde auf der Rückseite des Gebäudes mittig in den Baukörper integriert. Das Gebäude der ehemaligen Südschule wird heute als Astrid-Lindgren-Grundschule genutzt.«
Oldenburgische Landschaft (Hg.): Baudenkmäler im Oldenburger Land. Wilhelmshaven 2017. S. 133